Der geweckte Kuckuck im Kerker
Ein Traum in der Nacht,
ich bin erwacht.
Mein Körper in Aufruhr,
was habī ich gemacht?
Herzticken wie eine Kuckucksuhr...
mit fliegendem Vogel im Höhenflug,
befreit aus dem hölzernen Kerker,
zieht rasendschnell in mir vorüber...
ein Multiorgasmus mit Verstärker.
So heiss wie ein Bügeleisen
oder scharf wie Brotmaschine,
saugt mein Gegenüber
am Brustwarzenpiercing.
Gefühle wie eine rollende Lawine...
reisst es mich hinein,
wie ein Ballen fallend vom Heuboden kopfüber...
in einen Sog mit Arm und Bein
des tosenden Bodenstaubsaugers.
Geheimnisvoll wie eine Besenkammer
oder schlagend wie ein Hammer,
dringt in mich ein
so überraschend cool ein Tool
wie sonst auf dem Gynäkologenstuhl.
Grabentief und bohrendheiss
wie ein stechender Spaten im Garten
nach erregendem Schweiss.
Der im Erdreich Schätze findet
und mich im Dunkeln bindet...
an sprudelnde Quellen im Untergrund,
immer tiefer und um jeden Preis.
Wie ein Maulwurf mit prickelndem Mund
erforscht die Weiten der unteren Wege,
verzweigt wie das Geweih der Hirsche...
und mich jedes Mal küsst auf meine Kirsche.
Multiple Wellen der Lust aussendend,
so vielfältig anders und niemals endend.
Ein Traum in der Nacht,
ich bin erwacht...
Das schönste Wecken des Kuckucks im Kerker,
war mein Multiorgasmus mit Verstärker.
Mein Traum in der Nacht.

von Anke Scholz