Danae
wilder Danae beweg dich
deine sehnsucht gilt der schlange
deine stimme birst im schrillen
beißt in den saum meiner wange
wilder Danae bewirf mich
mit bomben der liebe
lass bluten den kelch der scham
mitten hinein in umstürzender welt getriebe
so riesengroß
verliert sich im schoß
anfangs wie in zeitlupen verzagend
langsam vereinsamt so tropfenschwer
nachtdunkel so stoß um stoß
wilder danae bezirz mich
verwandle dein antlitz in blitze
die von aug zu aug knüpfen
erlösend eine tränenschnur
meiner wogehenwirhingedanken
singe Danae ich lausche
der tränen verlorenes sein
birg dich in den hecken meines gurren
lass meine streichelhände
das zittern deiner muskeln sein
so zucken der wimper
leicht verspielt im knistern der nacht
wirft schattengeblinker
an hautkirchenandacht
rolle Danae der blätter fall
es rauschen die bäume
im herbstwindgeschäume
durch so unheimlich stille
einer fensteroffenen nacht
ersticke Danae du schlange von haut
meiner sehnsucht gelüste
sei mir hörige braut
verloren an verduftende brünste
die das mondlich geschaut
so unheimlich düster verhallt
ein rasendes herz
das in allsternen geballt
so viel angst hat
es sei schon zu alt
drum wilder Danae erblühe
vergängliches leben den schmerz
wie zauberin circe sei du mir
wie des morgens kühle
der küsse verdunkelnder scherz
noch wilder Danae erbebe
lass träumen den spiegel des bachs
meines schweißes fließenden lebens
will genießen was bleibt mir von liebe
in meines seins kurzen verlachs
so wispernd greift an gewebe
der finger so zarter schmetterlingshauch
nur ein huschen von flügeln
an härchenerzitterndem rausch
ja wilder viel wilder noch Danae
lass fühlen der jahre trug
küss mich beiß mich
kratz mich zerreiß mich
will vergessen der lebenskurzdauer erbärmlicher lug
lieb mich Danae lieb mich
hauche so goldgedichtgliedrigen lenz
in meine wiekinderzeitglieder
will deines liebgarten gärtner dir sein
auf ewiglich pflanzen mein
ich liiieeebe dich

von Lothar Krist