Aaahhh....
mit einem langen tiefen Hauch schmiegt zärtlich sich der
müde Tag in den sanften kühlen Arm der Nacht.
So wiegt das schöne Paar sich, leise schaukelnd, in duftig zarte
Blütenträume am Fluss dort unten wo willig
junge Sommerblumen ihrer Kleider bunten Hauch dem
jungvermählten Paar mit aller Kraft entgegenschleudern.
Mit weißen flinken Händen durchwirkt die Nacht der
Farben Pracht mit dem gleißend goldn’en Haar des
schlummernden Geliebten und webt daraus sein
prächt’ges Nachtgewand und – ach – hüllt trauernd
weinend ihn dann ein. Behutsam zieht der Wächter
der Gemächer mit festem Griff die Türe zu, um nicht mit einem
kleinen Laut die Ruh‘ der Liebenden zu stören.
Als der Geliebte dann erwacht, schaut er ein letzes Mal sie an,
woraufhin sie sanft mit kühler Hand die purpurne Röte junger
Träume aus seiner warmen Wangen wischt. Und der Adler,
Busenfreund verliebter Seelen, trägt auf langen Schwingen
ihn hinein ins Ätherblau, wo sodann er leichten Fußes
über tränenfeuchte Wiesen eilt. Erfüllt mit frischem Tatendrang
gilt sein erster Gruß den Blumen, die fröhlich ihre Köpfe recken
verzaubert von den sieben Farben seines Lichts.
Dann stimmt er an
sein Lieblingslied:
Solange noch die Blumen blühn, sticken Mädchen sie mit
flinken Händen ein in weiße Flatterröcke, rot, orange und blau.
Solange sie noch Röcke tragen, enthüllt der Wind mit leiser
Ungeduld weißbesockte Mädchenbeine, rosig, nackt und lang.
Solange Mädchen Beine zeigen, spürt der zarte Bursch mit
süßem Schmerz die Sehnsucht in gespannten Sehnen,
verzweifelt zehrend heiß. Solang den Bursch die Sehnsucht ruft,
darf ich auf jene Liebe hoffen, mit der Nocturna stets aufs
neue meinen müden, schlaffen Geist erfrischt. Ach wie schön
ist doch ihr Schlafgemach, wo Stella, Luna, ihre Schwestern,
in den Kelchen ihrer Hände die Schönheit meines Lichts
bewahr´n.